Neuer WSRW Phosphat-Export-Bericht aus der Westsahara 2014
wsrw-plunder_610.jpg

WSRW veröffentlicht heute seinen aktualisierten Übersichtsbericht aller Käufer, die im vorherigen Jahr Phosphatgestein aus der Westsahara gekauft haben. In dem Bericht werden die Mengen, die Erlöse sowie die Verschiffungen im Auftrag der marokkanischen Besatzungsverwaltung aus der besetzten Westsahara für 2014 genannt.
Veröffentlicht: 16.03 - 2015 01:36Druckversion    
Western Sahara Resource Watch hat heute einen detaillierten Überblick über alle Unternehmen veröffentlicht, die 2014 Phosphate aus der besetzten Westsahara gekauft haben. Der Bericht wurde heute bei einer Veranstaltung in Wellington / Neuseeland, dem drittgrößten Importland, während einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

Das Phosphatgestein wird noch immer völkerrechtswidrig von den marokkanischen Besatzern der Westsahara ausgebeutet. 1975 hatte Marokko die Westsahara brutal überfallen und zu weiten Teilen annektiert. Diese Verkäufe machen Marokkos Hauptumsatz in den besetzten Gebieten aus. Die saharauische Bevölkerung hat sich immer wieder gegen diesen Handel ausgesprochen.

Durch Beobachtung und Auswertung aller Schiffsbewegungen im Hafen von El Aaiun, der Hauptstadt der besetzten Westsahara, ist WSRW heute der Lage, eine vollständige Exportliste von Phosphat aus dem Gebiet für das Kalenderjahr 2014 vorzustellen. Die Organisation identifiziert neun Importeure und einen unbekannten Käufer in neun Ländern rund um den Globus. Darunter befinden sich zwei Unternehmen, Agrium Inc. (Kanada) und Lifosa AB (Litauen), mit einem Importanteil von 58 Prozent aller Exporte aus der Westsahara.

Hier können Sie den Bericht herunterladen (3MB, English).

Der Bericht beziffert den gesamten Exportumfang für 2014 auf 2,1 Millionen Tonnen, was einem geschätzten Erlös von 230 Millionen US $ in 44 Großraumschiffsladungen entspricht. 2014 begann Marokko mit der Ausbeutung der zweiten Schicht der Phosphatmine der Westsahara, weil die erste, von weitaus besserer Qualität und höherem Wert, bereits vollständig abgetragen und ausverkauft worden ist.

WSRW hebt auch jene Anwaltskanzleien hervor, die daran arbeiten, Marokkos Ausbeutung der Phosphatmine der Westsahara zu rechtfertigen. Diese Kanzleien - Covington & Burling, DLA Piper und Palacio y Asociados - haben Rechtsgutachten erstellt, die belegen sollen, dass Marokkos Aktivitäten rechtmäßig seien, weil sie dem Wohle der Saharauis dienen würden. Zwar wurden diese Stellungnahmen unter Importeuren und ihren Finanziers zirkuliert, jedoch den Saharauis vorenthalten.

Von den neun identifizierten Importunternehmen für 2014, sind fünf an internationalen Börsen notiert oder befinden sich mehrheitlich im Besitz von Unternehmen, die dort aufgeführt sind. Alle befinden sich bereits auf schwarzen Listen für besorgte Investoren wegen dieser Handelsaktivitäten.

„Wir fordern alle Importeure auf, ihre Beteiligungen umgehend einzustellen“, sagt  Sara Eyckmans, internationale Koordinatorin von Western Sahara Resource Watch.

„Dieser Handel ist zutiefst unmoralisch, da er direkt die Friedensbemühungen UNO untergräbt. Er stellt eine Verletzung des legitimen Rechts des saharauischen Volkes dar, die eigenen Ressourcen selbstbestimmt zu nutzen. Die Saharauis haben das Recht auf Selbstbestimmung über ihr eigenes Land und dessen Ressourcen, aber sowohl Marokko als auch die beteiligten Unternehmen scheint das  überhaupt nicht zu interessieren“, fügte Eyckmans hinzu.

Von den übrigen vier Unternehmen, die nicht an Börsen notiert sind, befinden sich zwei im Besitz von Landwirtsgenossenschaften in Neuseeland, während die beiden anderen vollständig oder teilweise der Regierung von Venezuela gehören.

Dieser Bericht ist eine aktualisierte Version des P wie Plünderung Berichts, der 2014 erstmalig auf der Basis von Exportdaten für 2012 und 2013 veröffentlicht wurde. Weitere Einzelheiten zur Korrespondenz mit den Unternehmen sowie eine Liste „der Unternehmen unter Beobachtung“, befinden sich in diesem vorjährigen Bericht.

Der aktuelle Bericht kann auch als Druckversion heruntergeladen werden (14 MB, English).

    
Neuigkeiten:

05.07 - 2017 / 05.07 - 2017Stoppt die Freihandels-Gespräche mit Marokko zur Westsahara!
01.07 - 2017 / 01.07 - 2017Erste Gerichtsrunde zu einer Ladung Konfliktmineralien gewonnen
01.07 - 2017 / 21.08 - 2013WSRW braucht Ihre Unterstützung
14.02 - 2017 / 14.02 - 2017Siemens weicht Fragen zur Zustimmung der Sahraouis aus
21.12 - 2016 / 21.12 - 2016EU-Gerichtshof schützt Westsahara vor marokkanischem Handelsabkommen
04.11 - 2016 / 04.11 - 2016UN-Komitee äussert Bedenken zu fehlender Zustimmung der Sahraouis bei
02.11 - 2016 / 01.11 - 2016Klimakonferenz COP22 –Marokkos schmutziges Geschäft mit grüner Energie
29.09 - 2016 / 29.09 - 2016Flüchtlinge protestieren gegen Siemens in besetzter Westsahara
12.06 - 2016 / 12.06 - 2016Interveniert Deutschland beim EU Gerichtshof gegen die Westsahara?
19.10 - 2015 / 16.10 - 2015Marokko „verurteilt UN Empfehlungen und lehnt sie ab”
19.10 - 2015 / 19.10 - 2015UN-Vertragsorgan fordert Rechte für Saharauis
16.03 - 2015 / 12.03 - 2015Neuer WSRW Phosphat-Export-Bericht aus der Westsahara 2014
27.02 - 2015 / 27.02 - 2015Corell: EU Fischereiabkommen und Ölsuche sind unverantwortlich
27.10 - 2014 / 27.10 - 2014Glencore stösst auf Widerstand
02.07 - 2014 / 01.07 - 2014Kosmos auf Lügen-Erkundungsmission in der Westsahara




EN ES FR DE AR


Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.
WSRW braucht Ihre Unterstützung

tn_sjovik_demo_610.jpg

Bitte helfen Sie uns, die natürlichen Ressourcen der Westsahara für das saharauische Volk zu bewahren. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

WSRW.org Archiv 2013
WSRW.org Archiv 2012
WSRW.org Archiv 2011
WSRW.org Archiv 2010
WSRW.org Archiv 2005 - 2009






Diese Internetseiten wurden von der norwegische Gewerkschaft Industri Energi gefördert