Prozessauftakt zum Brandanschlag auf dänische WSRW-Partnerorganisation
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In Kopenhagen hat der Prozess gegen vier Männer begonnen, denen vorgeworfen wird, im Januar 2025 einen Brandanschlag auf die Büros der WSRW-Partnerorganisation „Global Aktion“ verübt zu haben.

15. Juni 2026

Bildunterschrift: Die Büros „Global Aktion“ wurden im vergangenen Jahr in Brand gesetzt.

Der Anschlag ereignete sich in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar 2025. Die Täter setzten die Räumlichkeiten von Global Aktion in Kopenhagen in Brand. Das Feuer verursachte erheblichen Schaden an den Büroräumen der Organisation und gefährdete die Bewohner:innen des Gebäudes. Bei Ermittlungen wurden später eine nicht explodierte Handgranate am Tatort gefunden.

Neben dem Brandanschlag waren vor den Büros von Global Aktion pro-marokkanische Parolen auf den Bürgersteig gesprüht worden. Zu den Botschaften gehörten „Die Sahara gehört zu Marokko“ sowie Verurteilungen der Befreiungsbewegung der Westsahara.

Während des Prozesses stellte sich heraus, dass die Polizei auf den von den Angeklagten beschlagnahmten Handys Textnachrichten mit demselben Wortlaut gefunden hatte, was die Angeklagten mit den Graffiti am Tatort in Verbindung brachte.

Vier junge Männer stehen nun vor dem Stadtgericht Kopenhagen vor Gericht. Laut dänischen Medien und Global Aktion sollen die Angeklagten Verbindungen zur verbotenen Gruppe „Loyal to Familia“ (LTF) haben. Die Staatsanwaltschaft prüft Berichten zufolge, ob die Angeklagten im Auftrag nicht identifizierter Dritter gehandelt haben.

Morten Nielsen von Global Aktion erschien diese Woche als Zeuge vor Gericht. Er erklärte dem Gericht, dass die vor dem Gebäude hinterlassenen Parolen stark auf einen Zusammenhang zwischen dem Angriff und der Solidaritätsarbeit von Global Aktion für die Westsahara hindeuten.

„Angesichts der Graffiti auf dem Bürgersteig, in denen unter anderem steht, dass die Sahara zu Marokko gehöre, besteht kaum ein Zweifel daran, dass Personen oder Organisationen mit Verbindungen zu Marokko dahinterstecken“, sagte Nielsen nach seiner Aussage.

Global Aktion hat stets die Auffassung vertreten, dass der Angriff politisch motiviert war und mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz für das Selbstbestimmungsrecht des sahrauischen Volkes zusammenhängt. Die Organisation argumentierte, der Anschlag sei als Angriff auf die Meinungsfreiheit und die internationale Solidarität zu betrachten.

WSRW verurteilte den Brandanschlag unmittelbar nach seiner Verübung und bekundete seine Solidarität mit Global Aktion. Beide Organisationen arbeiten seit Jahrzehnten eng zusammen, um die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in der besetzten Westsahara zu dokumentieren und zu bekämpfen.

Ein Urteil in dem Fall wird für Ende Juni erwartet.

 

 

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