Wertvoller "Blaualgen"-See in der besetzten Westsahara entdeckt
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Ein Mikroorganismus, 3 Milliarden Jahre alt, könnte Marokko zu neuem Gewinn durch die koloniale Besetzung verhelfen: Gerade wurde eine weitere gesundheitsfördernde biologische Ressource innerhalb des besetzten Territoriums entdeckt.

Veröffentlicht 26. Juli 2010

APSO, 9. Juli 2010.

Cyanobakterien („Blaualgen“) der Gattung Spirulina existieren auf unserer Erde seit es hier Leben gibt. Mit einem Anteil zwischen 60 und 70 % an Eiweiß, reich an Vitaminen und Spurenelementen wie Kalzium, Magnesium und Eisen haben sie einen hohen Nährwert. Darüber hinaus enthalten sie seltene Substanzen, die das menschliche Immunsystem anregen. Sie finden häufig Anwendung bei Mangel- und Unterernährung. Die Kultivierung ist sehr aufwendig, weil es noch immer äußerst schwierig ist, den Organismen unter künstlichen Bedingungen die geeigneten Lebensbedingungen zu schaffen. 

 

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Jetzt wurde ein natürlicher See mit diesen einzigartigen Spirulina in der Nähe von El Aaiún in der besetzten Westsahara entdeckt. Die Hauptvorkommen natürlicher Spirulina befinden sich im Tschad, im Lonar Krater-See in Indien, sowie im Texcoco See in Mexiko.

Nach Informationen von APSO werden Spirulina Proben aus El Aaiún in der Westsahara jetzt in französischen Laboratorien analysiert.

Falls sich herausstellen sollte, dass diese Mikroorganismen von hoher Qualität sind, könnten sie einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Unterernährung der Saharauis erbringen. Laut einer Gesundheitsstudie von 2008 ist jedes 5. saharauische Kind in den Flüchtlingslagern Algeriens unterernährt.

Aber die rechtmäßigen Eigentümer der nahrhaften biologischen Ressource werden keine Gelegenheit haben, daraus einen Nutzen zu ziehen. Sie leben im Exil; der See mit den wertvollen Mikroben liegt allerdings im von Marokko besetzten Teil des Territoriums.

 

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Die rechtmäßigen Eigentümer des Landes, in dem die Spirulina jetzt entdeckt worden sind, wurden 1975 von dort vertrieben, als Marokko im Widerspruch zum Völkerrecht in ihr Land eindrang.

In gleicher Weise beutet Marokko bereits die reichen Fisch-Bestände der küstennahen Gewässer der Westsahara aus, indem es Lizenzen an ausländische Regierungen verkauft. Keines dieser Einkommen landet in den Taschen und keiner dieser Fische auf den Tischen der Saharauis.

Quellen: Amis du Peuple du Sahara Occidental (APSO) : Spirumanne (http:/ spirumanne.com), Spiruline Solida, http://www.lavieeco.com)
 

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