Neuer Bericht dokumentiert umfassend schmutzige Phosphatexporte
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WSRW stellt heute zum ersten Mal einen umfassenden Bericht über die marokkanischen Phosphatgestein-Exporte aus der besetzten Westsahara der Öffentlichkeit vor und benennt darin konkret die Anwerbungen von Abnehmern, Umfänge, Verkaufserlöse und Abtransporte.

Veröffentlicht 29. Mai 2021

Oslo/Montreal/Berlin, 12. Juni 2014 | Western Sahara Resource Watch (WSRW) veröffentlicht heute einen detaillierten Bericht über die Unternehmen, die am Ausverkauf der Phosphate aus der besetzten Westsahara beteiligt sind. 

Im Bericht sind 98 Transportschiffe erfasst, die im Zeitraum von 2012 und 2013 im Hafen von El Aaiún / Westsahara, Ladung aufgenommen haben.

Der Bericht benennt konkret zehn sowie zwei bisher noch nicht ermittelte Importeure saharauischen Phosphats zu Gunsten Marokkos für 2013 weltweit. Alleine auf zwei von ihnen, PotashCorp (USA) und Lifosa (Litauen), entfielen 50% Prozent aller Einkäufe.

Der Bericht beziffert das Gesamtausfuhrvolumen für 2013 aus der Westsahara auf 2,2 Millionen Tonnen Phosphatgestein, schätzt den Verkaufserlös auf 330 Millionen US-Dollar und identifiziert 48 Frachtschiffe, die das Material abtransportierten. Dabei handelt es sich um eine Steigerung von 400.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr 2012, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Hier können Sie den Bericht „P wie Plünderung” herunterladen [in Englisch]

Das Phosphatgestein der Westsahara wird völkerrechtswidrig durch das marokkanische Regime geplündert. Dabei schreckt es vor keinerlei Brutalität zurück. Die Phosphat-Exporte sind Marokkos Haupteinnahmequelle aus dem besetzten Gebiet. Die völkerrechtliche Vertretung der saharauischen Bevölkerung hat sich stets gegen diese Exporte ausgesprochen, sowohl gegenüber den Vereinten Nationen als auch gegenüber beteiligten Unternehmen. 

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Von den zehn für 2013 identifizierten Phosphat-Importeuren sind sechs an internationalen Börsen notiert oder befinden sich mehrheitlich im Besitz von Unternehmen, die dort notiert sind. Vier von ihnen wurden bereits von ethisch-ökologisch orientierten Anlageberatungen auf die „schwarze Liste“ gesetzt, weil ihre Handelsbeziehungen zwangsläufig im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht stehen. Das kanadische Unternehmen Agrium begann erst im September 2013, Phosphatgestein aus der Westsahara zu importierten und ist nur deshalb noch nicht von entsprechenden Anlageberatungen bewertet worden. 

Von den übrigen vier Unternehmen, die nicht direkt börsennotiert sind, befinden sich zwei im Besitz bäuerlicher Genossenschaften in Neuseeland, während die beiden anderen völlig oder teilweise der Regierung Venezuelas gehören. Neben der Nennung der beteiligten Unternehmen und der monetären Bewertung ihrer Ankäufe, identifiziert dieser Bericht auch potenzielle Käufer, umfasst aber auch eine „grüne Liste“ der Unternehmen, die zuvor an diesem Handel beteiligt waren, mittlerweile jedoch davon Abstand genommen haben.

„WSRW ruft alle am Phosphat-Handel beteiligten Unternehmen auf, unverzüglich auf sämtliche Ankäufe von Phosphatgestein aus der Westsahara zu verzichten, bis eine Lösung für den bestehenden Konflikt gefunden worden ist. Anleger werden gebeten, sich entsprechend zu engagieren und notfalls ihre Anteile zu veräußern, sollten die entsprechenden Unternehmen dieser Aufforderung nicht nachkommen“, heißt es in diesem Bericht.

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