Pipeline-Probleme könnten Besatzungspläne behindern
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Das Einfrieren der nordafrikanischen Pipelines könnte die Pläne Marokkos verzögern, die besetzte Westsahara mit algerischem Gas zu versorgen. 

22. April 2022

Foto oben: Die Gas Cerbeus, fotografiert im Jahr 2021. Das Schiff transportierte Gas aus Norwegen. Das Exportunternehmen bedauerte den Vorfall und versprach, dass er sich nicht wiederholen werde. (Foto: Gerolf Drebes) 

Die chaotische neue Situation bei den Gaslieferungen nach Europa könnte sich auch auf die Pläne Marokkos auswirken, die Gaslieferungen in das von Marokko besetzte Hoheitsgebiet der Westsahara sicherzustellen. 

Ein auf der Website der marokkanischen Regierung veröffentlichter Zeitplan deutet darauf hin, dass es Pläne gab, die algerische Pipeline, die über Marokko nach Spanien führt, in Zukunft auch für die Gasversorgung der besetzten Westsahara zu nutzen. 

In der Mitteilung wird diese Idee als Teil der "langfristigen Pläne" für 2030-2050 bezeichnet, die Maghreb-Europa-Gaspipeline (oder "GME") mit "Agadir-Dakhla" zu verbinden. Dakhla ist die südlichste Stadt der Westsahara. 

Der Bau einer Pipeline nach Dakhla wäre die dritte und letzte Etappe eines umfassenden Plans zur Anbindung des durch die algerische GME transportierten Gases an weiter südlich gelegene Städte. 

Kurzfristig sah der marokkanische Plan vor, bis 2025 eine Pipeline zu bauen, die die GME mit der Stadt Berrechid (über Kenitra und Mohammedia) verbindet. Mittelfristig sollte die Pipeline bis 2030 nach Agadir (über Jorf Lasfar) und schließlich bis 2050 von Agadir bis nach Dakhla verlängert werden.

Die kurze Roadmap ist auf der Website der marokkanischen Regierung zu finden [Download hier]. Der Plan wurde im August 2021 veröffentlicht, nur wenige Monate vor der Beendigung der GME-Kooperation durch Algerien und vor der Russland-Ukraine-Krise. Über die Roadmap wurde damals in marokkanischen Medien berichtet. 

Die Gaspipeline, die auf ihrem Weg von Algerien nach Spanien marokkanisches Gebiet durchquert, wurde 1996 in Betrieb genommen. Aufgrund diplomatischer Spannungen zwischen Algerien und Marokko wurde der 25-jährige Betriebsvertrag, der im Oktober 2021 ausläuft, von Algerien jedoch nicht verlängert. Stattdessen verlagerte Algerien seine Exportroute auf die Medgaz-Pipeline, die auf dem Meeresboden direkt von Algerien nach Spanien verläuft. 

In der Folge sah sich die marokkanische Regierung gezwungen, neue Wege zur Sicherung ihrer eigenen Gasversorgung zu finden. Im März kündigte die marokkanische Regierung an, dass Verkäufer von LNG (Liquified Natural Gas) das Flüssiggas nach Spanien schicken könnten, wo es wieder regasifiziert werden könne, bevor es über die derzeit ungenutzte GME-Pipeline durch die Straße von Gibraltar nach Marokko geleitet wird. 

Die marokkanische Regierung kündigte außerdem an, dass sie ab April 2022 in den LNG-Markt einsteigen und mit den Arbeiten zur Anpassung von vier Häfen für den Umschlag von LNG beginnen wird. 

Am 18. April 2022 kündigte die marokkanische Ministerin für Energiewende und nachhaltige Entwicklung an, dass Dakhla auch ein zukünftiger Hafen für die Umwandlung von Flüssiggas sein könnte. 

Western Sahara Resource Watch hat in den letzten Jahren die marokkanischen Gasimporte in das besetzte Gebiet der Westsahara verfolgt. Das Gas wird an Bord von Tankschiffen angeliefert, wobei etwa einmal im Monat ein neues Schiff einläuft. Unsere Überwachung hat gezeigt, dass im Jahr 2021 etwa die Hälfte des in der Westsahara eingetroffenen Gases aus den Niederlanden und den USA stammte. 

Bei den Gaslieferungen in die Westsahara hat es offenbar große Veränderungen gegeben. In der Vergangenheit wurde Gas hauptsächlich aus Spanien verschifft, doch seit 2020 kommen die Schiffe aus einer größeren Bandbreite von Exporthäfen. 

Die Gaslieferungen in die Westsahara erleichtern die Besatzung des Hoheitsgebiets durch Marokko. 

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