Siemens führt dritten Export durch
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Zum dritten Mal innerhalb einer Woche verschifft Siemens Gamesa Windradmasten von Spanien in die besetzte Westsahara.

08. Juli 2021

Der Artikel wurde am 9. Juli 2021 aktualisiert, einschließlich neuer Details zur Verschiffung. 

Das obige Bild zeigt das unter niederländischer Flagge fahrende Frachtschiff Aramis im Hafen von Motril, Spanien, am 8. Juli. Wie im Voraus erwartet, war das Schiff auf dem Weg dorthin, um Komponenten für Windkraftanlagen zu laden. Es handelt sich dabei um Masten für das neue, umstrittene Windkrafprojekt von Siemens Gamesa in der besetzten Westsahara. 

Das Schiff kam am späten Nachmittag des 7. Juli 2021 im Hafen von Motril an und legte am Morgen des 9. Juli 2021 um 5 Uhr Richtung El Aaiún in der Westsahara ab. Es wird erwartet, dass es am Morgen des 12. Juli in El Aaiún ankommt.

WSRW enthüllte am 6. Juli, dass Siemens Gamesa derzeit große Windradmasten in die Westsahara verschifft. Das Unternehmen spricht in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2020 von einem Standort in "Marokko". 

WSRW und Investor:innen stehen seit über einem Jahrzehnt mit dem Siemens-Konzern in Kontakt bezüglich des rechtlichen Status' des Territoriums und des Rechts des sahrauischen Volkes, selbst über solche Projekte zu entscheiden - jedoch ohne Reaktion. In Anbetracht der anhaltenden mangelnden Sensibilität von Siemens Gamesa für geltendes Völkerrecht ging WSRW letztes Jahr dazu über, Investor:innen zu empfehlen, weiteres Engagement mit Siemens Gamesa zu beenden und das Unternehmen aus ihren Portfolios auszuschließen. 

Die Frente Polisario verurteilte diese Woche das neue Großprojekt von Siemens Gamesa. 

Das folgende Video zeigt Kommentare von Western Sahara Resource Watch und der Frente Polisario (auf Spanisch), mit Bildern des Schiffs Johannes, das die ersten beiden Transporte durchführte.

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