Weitere Siemens-Einheiten auf dem Weg in die Westsahara
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WSRW wurden Fotos zugespielt, die Siemens-Equipment im Laderaum eines Schiffes zeigen, das sich auf dem Weg von Bilbao in die besetzte Westsahara befindet. 

23. Juli 2021

Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat Fotos vom Equipment erhalten, das kurz vor dem Ablegen des Frachter Johannes aus Bilbao, Spanien, am 21. Juli 2021 in dessen Frachtraum geladen wurde. Die Ladung ist nun auf dem Weg in die Westsahara, wo sie im Rahmen eines Vertrags mit der marokkanischen Besatzungsmacht als Teil eines großen Windradprojekts errichtet werden soll. 

Die Bilder zeigen, dass mindestens zwei "Etagen" des Laderaums mit etwa 20 großen Teilen gefüllt sind, die jeweils die Größe eines Autos haben. Die Ausrüstung besteht aus verschiedenen Schlüsselelementen für die Windräder. Johannes kam am 18. Juli in Bilbao an, um die Ladung aufzunehmen. 

Soweit WSRW weiß, befindet sich das Schiff nun auf dem Weg nach Tanger in Marokko, um in der dortigen Fabrik von Siemens-Gamesa Rotorblätter zu laden, bevor es weiter nach El Aaiún in den besetzten Gebieten fahren soll.

Dies ist bereits die dritte Reise, die Johannes innerhalb des letzten Monats mit Komponenten für den Windpark Siemens Energy/Enel unternimmt. Im Juni/Juli 2021 hatte das gleiche Schiff bereits zwei Transporte mit Masten von Motril nach El Aaiún durchgeführt. 

Der umstrittene Transport fällt mit zwei oder drei anderen Vorfällen zusammen, die alle an Bord derselben, unter niederländischer Flagge fahrenden Flotte der deutschen Reederei Briese Schiffahrt stattfanden:

  • Das Frachtschiff Aramis ist auf dem Weg nach El Aaiún, nachdem es in Motril, Südspanien, Masten aufgenommen hat. Dies ist die zweite Reise der Aramis mit einer solchen Ladung. WSRW dokumentierte bereits die erste Ladung des Schiffes am 8. Juli. Die Aramis fuhr am späten Abend des 20. Juli ab und wird voraussichtlich am 24. Juli in El Aaiún eintreffen. Die Position des Schiffes kann auf Marinetraffic verfolgt werden.
  • Das Frachtschiff Breb Countess lief am 5. Juli in den Hafen von Dakhla ein, nachdem es seine Ladung in Iskenderun (Türkei) aufgenommen hatte. Wahrscheinlich hat es während seines Aufenthalts im Hafen von Dakhla einen Teil der Ladung entladen, da sich sein Tiefgang von 6,8 auf 6,5 Meter verringert hat. Das Schiff liegt nun vor der Halbinsel Dakhla vor Anker.
  • WSRW ist sich noch nicht sicher, ob es eine Verbindung zur Westsahara gibt, aber das Frachtschiff Treville (IMO 9815331) verließ am 18. Juli den Hafen von Motril in Richtung Iskenderun, Türkei. Sowohl aus dem Hafen von Motril als auch dem von Iskenderun wurden in den letzten Wochen Produkte für das Energieprojekt von Siemens Gamesa exportiert.

Insgesamt hat WSRW seit Ende Juni 2021 sechs Lieferungen von Windkraftanlagenkomponenten, die im besetzten Territorium angekommen sind, dokumentiert. 

Im September 2020 gab Siemens Gamesa bekannt, dass es einen neuen Großauftrag über die "Lieferung, den Transport, die Installation, die Inbetriebnahme und den Test von 87 Einheiten der Windturbine SG 3.4-132 sowie einen 5-Jahres-Servicevertrag" für den „Windpark Boujdour im Süden Marokkos“ erhalten hat, wie das Unternehmen es bezeichnet. 

Marokko hält den größten Teil der Westsahara seit 1975 illegal besetzt und errichtet dort Energieinfrastruktur unter Verletzung des Völkerrechts.

Am 20. Juli 2021 lag Breb Countess (IMO 9421166) weiter vor Dakhla vor Anker.
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